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Mädchen singen mit Ammann

Neben dem Jodelclub Thurtal und dem evangelischen Kirchenchor singt auch ein Ad-hoc-Mädchenchor an der Wiederaufführung des Musiktheaters Ammanns Vermächtnis an den kommenden zwei Wochenenden.

Noch ist die Mausefalle leer. Sie steht unter einem Schleifstein in einer kleinen Werkstatt. Diese ist in der evangelischen Kirche Alt St. Johann aufgebaut und gehört zum Bühnenbild des Musiktheaters Ammanns Vermächtnis, das am 12. November zum ersten Mal wiederaufgeführt wird.

Vorbei mit der Ruhe
Plötzlich kichert und tuschelt es, im Gänsemarsch kommen die Mädchen auf die Bühne und setzten sich auf die Treppen des Choraufbaus. Das Tuscheln geht weiter und es wird hin und her gerutscht. Die Abenteuerlust steht den 23 Mädchen der fünften und sechsten Klasse aus Wildhaus und Alt St. Johann ins Gesicht geschrieben. Eigentlich wäre eiserne Konzentration bei der Probe gefragt. Doch auch ohne ernste Ruhe im Mädchenchor schaffen es Matthias Ammann, der Musikalische Leiter und Regisseur Daniel Kasztura immer wieder die Darbietung der Kinder auf den Punkt zu bringen.

Wenige Tage vor der Aufführung des Musiktheaters Ammanns Vermächtnis sitzt noch nicht alles auf das erste Mal perfekt – aber beim zweiten Mal. «Ausgezeichnet getroffen», lobt deshalb Matthias Ammann abends in der evangelischen Kirche Alt St. Johann an einer der letzten Proben vor der grossen Premiere am 12. November.

Ursprünglich zum Jubiläum
Insgesamt sind vier Aufführungen an zwei Wochenenden geplant. Dies ist eine Wiederaufführung, denn die eigentliche Premiere fand im Jahr 2002 anlässlich des 850-Jahre-Jubiläums des Klosters St. Johann im Thurtal und der ehemaligen Gemeinde Alt St. Johann statt. Geschrieben hat den Monolog Rea Brändle und die Musik Peter Roth. Die musikalische Leitung für die erneute Aufführung hat der Komponist dieses Mal an den jungen Dirigenten Matthias Ammann abgegeben.

«Die musikalische Leitung für das Werk von Peter Roth erhalten zu haben, ist eine grosse Ehre für mich», sagt der junge Dirigent, der seit Herbst auch in der Ausbildung zum Chorleiter steht. Die Erfahrung Chöre zu leiten ist für ihn trotzdem noch relativ neu. «Zwar leite ich einen Chor bestehend aus acht Männern, doch die Arbeit mit dem Kirchenchor und dem Jodelclub sind speziell für mich.» Die Dirigentensprache für einen Chor sei völlig anders als für Instrumente, sagt der Berufsdirigent, der an der Musikhochschule in Luzern studierte.

Das Zusammenspiel der Chöre und Instrumente zu leiten, sei eine gute Erfahrung. Mit dem Anleiten von Kindern hat der Werklehrer von Nesslau bereits Erfahrungen. «Deshalb war ich für den Mädchenchor bereits gewappnet», sagt er und lobt: «Sie haben alle sehr gut mitgemacht.» Und die jungen Sängerinnen seien immer wieder für eine Überraschung gut.

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Den letzten Schliff erhält der Ad-hoc-Mädchenchor wenige Tage vor der Premiere von Ammanns Vermächtnis in Alt St. Johann.

Geglückte Hauptprobe
Mit der Hauptprobe vom Montagabend zeigte sich der musikalische Leiter zufrieden. Obwohl plötzlich bestimmte Passagen, die vorher immer klappten, nicht mehr funktioniert haben. «Doch das hat auch etwas Positives: So bleiben alle Beteiligten wach bei der Sache», sagt Matthias Ammann. Der Premiere vom Freitag sieht er zuversichtlich entgegen – genauso wie Stefan Gubler.

Der Schulleiter der Primarschule Wildhaus-Alt St. Johann probte mit den Mädchen. Die Vorbereitungen dauerten rund zehn Wochen, je eine Lektion pro Woche. Geprobt wurde einzeln mit den Schülerinnen in Wildhaus und jenen in Alt St. Johann. «Was auch nach der Hauptprobe noch einen letzten Schliff braucht, sind die Dialoge mit dem Schauspieler», sagt Stefan Gubler. «Doch diese können gut bis zum Freitag gefestigt werden.»

Ein Ulrich-Ammann-Fan
Stefan Gubler, der auch den Kulturverein Alt St. Johann-Unterwasser präsidiert, ist ein bekennender Fan des Instrumentenbauers. Seit zwei Jahren forscht er in seiner Freizeit über Ulrich Ammann. «Immer wieder tauchen Spuren auf. Diese zu verfolgen, ist dann fast wie in einem Krimi», sagt er. Erst am Dienstag hat ihm ein Mädchen aus dem Chor weitere Ammann-Instrumente mitgebracht, die auf dem Dachboden gefunden wurden.

Aus Stefan Gublers Forschungen der letzten zwei Jahre – das Instrumentenarsenal konnte von bisher sieben auf 34 ausgeweitet werden – ist eine umfassende Ulrich-Ammann-Ausstellung entstanden, die ebenfalls während der Konzertdaten besichtigt werden kann. Auch ein Filmporträt über Ulrich Ammann vom Regisseur Thomas Lüchinger ist in Planung.

Weitere Informationen zu Ammanns Vermächtnis unter www.ammannsvermaechtnis.ch


Text und Bild: Katharina Rutz. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung Toggenburger Tagblatt.

Datum: 10.11.2010 08:00

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