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Mit Klang den Blick öffnen
Ab kommenden Frühling soll in der Klangschmiede gearbeitet werden, wie die Verantwortlichen am Mittwochabend betonten. Auch bezüglich Klanghaus herrscht grosser Optimismus.
Für Peter Roth, Vizepräsident und künstlerischer Leiter der KlangWelt Toggenburg (KWT), «öffnet Klang den Blick für grösseres Verständnis». Und wer, wenn nicht der unermüdliche Kämpfer für den Klang in allen Facetten wäre berufen, dies so auf den Punkt zu bringen? Schliesslich war es Roth, der in den Jahren 1973/74 mit drei Kursen im Seegüetli begann. «Bis zur Eröffnung des Klanghauses im Jahre 2015 werden es mit Bestimmtheit über 100 sein.»
Von 1536 zu 2011
Für den Projektleiter der Klangschmiede, Alois Ebneter, steht fest: ab nächstem April wird im Erdgeschoss der Klangschmiede genau das getan, was der Name verspricht, nämlich geschmiedet. Dabei wird vor allem das Kunsthandwerk des Schellenschmiedens im Zentrum stehen. «Dieses immaterielle Kulturerbe, die Herstellung von Weid- und Sennenschellen mit dem bedeutungsvollen Vermessingen (Überziehen mit Messing) soll in diesem Haus erhalten, gefördert und weiterentwickelt werden.»
Mit «diesem Haus» meinte Ebneter das «Haus zur Mühle», welches im Dorf Alt St. Johann steht. Das stattliche Gebäude ist eng verknüpft mit der Geschichte des Klosters St. Johann. Die erste urkundliche Erwähnung des Hauses stammt aus dem Jahre 1536 aufgrund der Erneuerung eines alten Lehensvertrages mit einem neuen Müller namens Hans Früe. Ende des 18. Jahrhunderts kam die Mühle dann in Privatbesitz und steht nun wenige Monate vor der Eröffnung ihrer neuen Bestimmung.

Hans Bütikofer und Peter Roth informieren mit Engagement im festlich beleuchteten "Haus zur Mühle" in Alt St.Johann
Klare Ziele
Hans Bütikofer, Präsident der KlangWelt Toggenburg, betonte, dass die Angebote und Aktivitäten weiterentwickelt werden sollen, um einen immer grösseren Interessentenkreis anzusprechen. Während der Klangweg zwischen Wildhaus Oberdorf und Sellamatt jeden Sommer nachweislich sehr viele Wanderer ins Obertoggenburg bringt – 2009 waren es 42 000, dieses Jahr 36 000 Personen, welche ein Klangwegbillett kauften –, warten weitere Ideen auf ihre Verwirklichung. Gemäss Bütikofer soll sich unter anderem ein internationales Kompetenzzentrum für Klang etablieren. Angedacht ist auch eine Erweiterung des Klangwegs für den Winter.
Hackbrett und Halszither
Auch wenn die zukünftige Klangschmiede noch nicht ganz fertig restauriert ist: beim Gang durchs Haus wird sichtbar, was in wenigen Monaten möglich sein wird. So soll im ersten Stock eine Hackbrettbauwerkstatt eingerichtet werden. Damit sich die Anwesenden auf die Klänge, welche dereinst zu hören sein werden, einstimmen konnten, spielte Urs Grob, Neckertal, auf einem ungarischen Hackbrett, dem Zimbal, einige Weisen. Nebst Kursen für den Bau von Hackbrettern soll auch die Halszither wieder hergestellt werden. Peter Roth, der 1966 als junger Lehrer im Bühl, Nesslau, tätig war, zeigt sich auch heute noch fasziniert vom Klang des 13-saitigen Instruments. Geplant ist nicht nur der Instrumentenbau, es sollen auch Spielkurse angeboten und Noten sowie eine bebilderte Broschüre herausgegeben werden.
2011 wird für die KlangWelt Toggenburg entscheidend sein. Vor allem rund ums Klanghaus geht es, wie Peter Roth betonte. Erste Vorgespräche mit dem Architekten Marcel Meili aus Zürich haben stattgefunden. Auch ein Workshop mit dem Vorstand der KlangWelt zum Nutzungsplan und Betriebskonzept wurde durchgeführt. Bis im Sommer 2011 soll das Vorprojekt und in den Jahren 2012/13 das definitive Projekt vom Kantonsrat beraten und den Stimmbürgern vorgelegt werden. Läuft alles nach Plan, kann das Klanghaus im Jahre 2015 eröffnet werden.
Text und Bild: Adi Lippuner. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung Verlag Werdenberger und Obertoggenburger.
Datum: 13.12.2010 08:00




