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Ein Gesangskurs der mediterranen Art

Ein Feuerwerk an Eindrücken für alle Sinne in Sardinien oder anders ausgedrückt: Aktiv-Ferien, der etwas anderen Art organisiert von KlangWelt Toggenburg unter der Leitung der beiden Sardinien-Experten Margrit und Urs Mettler aus Nesslau begeisterten 19 Schweizer und Schweizerinnen während einer Woche.

Badeferien an der Ostküste Sardiniens, in der Provinz Ogliastra im Oktober könnten schon fast als Geheimtipp bezeichnet werden. Man trifft mehrheitlich Schweizer an, welche die Herbstferien dazu nutzen, noch etwas Sonne und Meerluft für den Winter zu tanken, der ja nicht mehr lange auf sich warten lässt, wie die verschneiten Berge zeigen.

Mehr als Standard-Strandferien erwarteten die 19 Teilnehmer des KlangWelt-Kurses „Mare, monti e canti“. Wie der Titel verrät, ging es nebst Meer und Berge um Gesang. Sardnien kann ja auf eine überaus faszinierende Gesang-Kultur zurückblicken, sogar auf Gesang welcher als Unesco-Welterbe gilt, der sogenannte Gesang der Tenores, in welchem männliche Begleitstimmen Untertöne mittels einer einzigartigen Technik produzieren. Äusserst faszinierend anzuhören, jedoch nur schwer nachzuahmen.


Unter der Leitung von Gianpriamo Incollu einem einheimischen Männerchorleiter, Arrangeur und Komponist, welchem das traditionelle sardische Liedgut der Region um Baunei sehr am Herzen liegt, lernten die Kursteilnehmer einige der melodischen sardischen Gesänge. Zusammen mit Gianpriamos sardischem Chor wurden die Lieder sogar vor einem kleinen Publikum aufgeführt.

 

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Unter der Leitung von Gianpriamo Incollu: Kennenlernen der sardischen Gesänge.

 

Nicht minder berührend waren die mehrstimmigen Kraftlieder, welche jeweils am Vormittag auf einer Terasse des Hotels Bellavista oberhalb Santa Maria Navarrese mit einer grandiosen Aussicht aufs strahlend blaue Meer unter der Leitung von Susanna Roth einstudiert und gesungen wurden. Ein besonders eindrückliches Erlebnis war das Singen in der wunderschönen weitläufigen „Grotta del Fico“, wohin die Sängerinnen und Sänger am Mittwochvormittag per Schnellboot gebracht wurden. Die erdig hallende Akustik dieser Tropfstein-Höhle verlieh den Liedern etwas Mystisches.

 

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Per Boot zur Grotte.

 
Auch für exklusive Gaumenfreuden war dank Kontakte zu Einheimischen von Margrit und Urs Mettler gesorgt. Meist wurde das Nachtessen im Restaurant am Meer eingenommen. Zweimal jedoch kamen die Sängerinnen und Sänger in den Genuss eines opulenten mehrgängigen Males auf Bauernhöfen, wo es nebst diversen Vorspeisen, Ferkel und Lamm vom Spiess gab. Natürlich fehlte da auch der berühmte sardische Wein Cannonau nicht. Es war den Hofbesitzern ein Anliegen, den Gästen aus der Schweiz auch ja die besten sardischen Produkte zu präsentieren. Nebst Culurgiones, einer Art Ravioli mit einer luftig leichten Kartoffelfüllung, gab es auch Leber und - sehr zur Verblüffung der Gäste - panierte Hoden, welche wie Poulet schmeckten und deshalb zuerst als ganz harmlos eingestuft wurden. Als Frucht zum Dessert wurden hinter dem Haus kurzerhand ein paar saftigsüsse Kaktusfeigen gepflückt, welche die Gäste unter Anleitung der Gastgeber von ihrer stacheligen Hülle befreiten und mit viel Genuss assen.

 

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Exklusive Gaumenfreuden auf Marcos Hof.


Den Abschluss der Woche bildeten die CD-Aufnahme der sardischen Gesänge der Kursteilnehmer und schliesslich am Samstagabend der Besuch des Konzertes einer der bekanntesten sardischen Musikgruppen unter dem Titel „Cordas et Cannas“, was soviel wie Saiten und Rohre bedeutet. Dazu tanzten die Zuschauer den typischen sardischen Tanz, wobei Leute zu zweit, in Reihen oder im Kreis Hände haltend eine Schrittfolge tanzen.


Trotz intensivem Programm gab es genügend Freizeit, um das Baden im warmen Meer zu geniessen, an der Sonne zu liegen oder den Wanderweg entlang der Küste zu erkunden. Erholt und bereichert kehrten die Kursteilnehmer nach einer Woche in die Schweiz zurück, ausser ein paar Glückliche, welche noch eine Woche Wanderferien auf Sardinien geniessen dürfen.

 

Text und Bilder: Margrit Tyrrell

 

Datum: 17.10.2011 07:48

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Unter dem Namen „KlangWelt Toggenburg“ werden seit 2003 Aktivitäten und Angebote zusammengefasst, welche die wichtigsten Formen der Musikkultur zwischen Säntis und Churfirsten in der Ostschweiz vermitteln: den Naturjodel, den Alpsegen, die Schellen als Elemente der Alpkultur und das Hackbrett als naturtöniges Saiteninstrument in der Tanzmusik. Kennzeichnend für diese einzigartige, in der einheimischen Bevölkerung stark verwurzelte Klangkultur sind die untemperierten Naturtöne, welche überraschende Verbindungen zu anderen Musikkulturen in Europa, Afrika und Asien herstellen. Gerade solche Brückenschläge zwischen lokaler und fremder Kultur, aber auch die Spannungsverhältnisse zwischen Tradition und Avantgarde, zwischen Spiritualität und Alltäglichkeit, zwischen freiem Experiment und strenger Form machen die Lebendigkeit von KlangWelt Toggenburg aus. KlangWelt Toggenburg bietet vielfältige Erlebnisse zum Thema Klang in Klangkursen, auf dem Klangweg, bei Klangfestivals und Konzerten, mit Klangwellness, in der Klangschmiede und in ein paar Jahren auch im Klanghaus am Schwendisee.